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Basiswissen:

Ursprünglich stammt der „Deutsche Riese“ aus dem belgischen Flandern.

Um 1893 wurde er als „Belgischer Riese“ auf der 1. Kaninchenausstellung in Chemnitz vorgestellt. Das Gewicht lag bei 4 – 4,5 kg. Die Tiere hatten graues Fell mit weißen Abzeichen an Brust, Stirn und Vorderläufen.

Durch die Weiterzucht in Deutschland stieg das Gewicht innerhalb der nächsten 20 Jahre auf 8-9 kg. Außerdem gelang es, größere Tier mit einfarbigem Fell zu züchten. 1904 wurden neben grauen Riesen auch erstmals weiße Riesen auf einer Ausstellung präsentiert. Dies gelang durch das Einkreuzen von albinoartigen Riesen mit grauen Riesen. Die weißen Riesen wurden dadurch etwas leichter. Dies wurde bis heute beibehalten.

Heute werden ein ausgeglichener, kräftiger Körperbau und ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Kopf, Ohren und Rumpf verlangt.

Seit 2007 gibt es die Begrenzung auf ein Höchstgewicht von 11,5 kg.

Anerkannte Farbenschläge sind: wildgrau-hasengrau, dunkelgrau, eisengrau, hasenfarbig, gelb, blau, schwarz, blaugrau und chinchillafarbig.

Im Landesverband Rheinland wurden im Jahr 2008 insgesamt 1340 Jungtiere in wildgrau-hasengrau gemeldet, dazu 353 weiße Riesen und 120 andersfarbige.

Zur Kennzeichnung werden alle Tiere in den Ohren tätowiert. Rechtes Ohr: R 174

Der Buchstabe steht für den Landesverband, die Nummer für den Kaninchenverein des Züchters. Linkes Ohr: 1.9.15

Die 1. Zahl steht für den Geburtsmonat, die 2.Zahl für das Geburtsjahr und die 3.Zahl für die laufende Nummer im Zuchtbuch des Kaninchenzuchtvereins.

Nach standardisierten Vorgaben wird der „Deutsche Riese“ in Deutschland von den Preisrichtern nach folgenden Kriterien bewertet.

Bewertungsskala

1

Gewicht

20 Punkte

2

Körperform, Typ und Bau

20 Punkte

3

Fellhaar

15 Punkte

4

Kopf und Ohren

15 Punkte

5

Deckfarbe und Schattierung

15 Punkte

6

Zwischen- und Unterfarbe

10 Punkte

7

Pflegezustand

5 Punkte

 

Gesamt

100 Punkte

 

1. Gewicht

Für die volle Punktzahl liegt das Gewicht zwischen 7kg und einem

Höchstgewicht von 11,5 kg. Das Mindestgewicht beträgt 5,5 kg.

Weiße Riesen erreichen die volle Punktzahl schon ab 6,5 kg.

 

2. Körperform, Typ und Bau

Das Tier sollte eine Länge von 72 cm bei voller Punktzahl erreichen.

Der Körper sollte vorne und hinten gleich breit sein (walzenförmig)

und auch gut bemuskelt sein. Gute und freie Stellung sind erwünscht.

Bei Häsinnen ist eine gut geformte aber nicht zu große Wamme zuge-

lassen.

 

3. Fellhaar

Das Fellhaar ist sehr dicht und gut begrannt. Die Ohren sind gut

behaart. 

 

4. Kopf und Ohren

Der Kopf sollte gut im Verhältnis zum Körper stehen. Die Ohren haben

idealerweise eine Länge von 19-20 cm und sollten gut und gerade getragen werden. Kopf und Ohren sollten insgesamt harmonisch zum Tier passen.

 

5. Deckfarbe und Schattierung

Anerkannte Farben sind: wildgrau-hasengrau, dunkelgrau, eisengrau,

hasenfarbig, gelb, schwarz, blau, blaugrau und chinchillafarbig.

Bei der Deckfarbe und Schattierung sind die allgemeinen Bestimmun-

gen maßgebend.

 

6. Zwischen- und Unterfarbe

Für die Zwischen- und Unterfarbe gelten die allgemeinen Bestimmun-

gen im Standard. Diese sind nach Deckfarbe anzuwenden.

 

7. Pflegezustand

Die Tiere sollten sich in einem sehr guten Pflegezustand befinden,

saubere Läufe und Geschlechtsecken haben. Auch die Krallen sollten

geschnitten sein. Nur so sollten sie zur Bewertung vorgestellt werden.

 

Auf der Bewertungsurkunde werden die erzielten Punkte zusammengezählt und in eine Note umgewandelt.

 

97-100 Pkt. = vorzüglich

96,5 Pkt.     = hervorragend

94-96 Pkt.   = sehr gut

92-93,5 Pkt. = gut

90-91,5 Pkt. = befriedigend

Unter 90 Pkt. = nicht befriedigend (n.b.)

Bei schweren Fehlern (nach Standard) = nicht befriedigend (n.b.)

 

Bei Zuchtgruppen werden zusätzlich Sammlungskarten ausgestellt. Eine Zuchtgruppe besteht aus 4 Tieren und stellt sich wie folgt zusammen:

Zuchtgruppe 1: 1 Elterntier und 3 Nachkommen aus einem Wurf des aktuellen Zuchtjahres

Zuchtgruppe 2: 4 Tiere aus einem Wurf oder je 2 Tier aus 2 verschieden Würfen des aktuellen Zuchtjahres. Die Tiere müssen aus der eigenen Zucht stammen und das gleiche Vereinstäto haben.

Zuchtgruppe 3: 4 Tiere des aktuellen Zuchtjahres aus einer Rasse, die Tiere müssen aus der eigenen Zucht stammen und das gleiche Vereinstäto haben. Es müssen beide Geschlechter vertreten sein.

Bei Punktgleichheit gewinnt Zuchtgruppe 1 vor Zuchtgruppe 2 und Zuchtgruppe 3. Bei Zuchtgruppe 1 kann das Elterntier aus einer Fremdzucht stammen, muss aber an Position 1 der Zuchtgruppe stehen.

 

Krankheiten beim Kaninchen

 

Infektionskrankheiten

- Kokzidiose, starker Befall verursacht Blähungen und schwächt die Tiere. Bei nicht Behandlung der Schädlinge im Verdauungsapparat verendet das Tier schnell.

- Chinaseuche (RHD), ist eine sehr ansteckende Viruserkrankung. Die Erkrankung endet ausnahmslos tödlich. Eine Impfung ist möglich.

- Myxomatose, ist eine durch Pockenerreger ausgelöste Viruserkrankung. Von den infizierten Tieren sterben etwa 40-60 Prozent. Eine Impfung ist möglich.

- Encephalitozoonose, die mittlerweile häufigste Infektionskrankheit beim Kaninchen. Eine schwerwiegende neurologische Störung, wie Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen und Nierenfunktionsstörung. Eine Impfung ist nicht möglich.

- Ansteckender Kaninchenschnupfen, ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege, die tödlich endet.

 

Erkrankung des Verdauungstrakts

- Trommelsucht, eine Magenblähung mit Atemnot beim Kaninchen

 

Zahnfehlstellung

Die Abnutzung der Zähne erfolgt durch die normalen Kaubewegungen bei der Futteraufnahme. Bei Fehlstellung der Zähne (Hechtgebiss) ist dies nicht mehr möglich.

Symptome:

- Unlust beim Fressen

- langsame bis keine Nahrungsaufnahme

- tränendes Auge sowie Bindehautentzündung

- herauswachsen der Zähne aus dem Maul (Überbiss)

 

Zahnfehlstellungen (bereits Aufbiss- aufeinanderstehende Zähne) führen bei Rassekaninchen in der Bewertung zum Ausschluss. Diese Tiere dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden, um eine Vererbung auszuschließen.

 

Wirtschaftliche Bedeutung

 Kaninchen waren früher ein wichtigerer Wirtschaftsfaktor als heute. Neben dem Kaninchenfleisch wurden auch die Felle in Deutschland benötigt. Die Kaninchenfelle, gefärbt und/oder geschoren, wurden zur Imitation edler Pelze weiterverarbeitet. In der Hutproduktion kamen die Kaninchenhaare zum Einsatz.Die Angorawolle spielt bis heute bei der Kaninchenkonfektion eine große Rolle.

 

Schlachtkörperverwertung beim Kaninchen

Es gibt viele Gründe, sich für Kaninchenfleisch zu entscheiden. Kaninchenfleisch ist gesund (cholesterinarm), mager, dadurch leicht verdaulich, zart und besonders lecker im Geschmack.

100 g  ca.                       % Wasser   % Nährwert    Cholest. mg    Eisengehalt mg

Kaninchenfleisch

50,85

40,15

45

42

Hühnerfleisch

66,38

31,62

93

18

Schweinefleisch

72,89

27,11

98

10

Kalbfleisch

75,39

24,61

85

19

Rindfleisch

75,80

24,20

116

20

Quelle: nach Straubhaar

 

Das Kaninchenfleisch kann man:

- schmoren in Kochtopf

- braten im Ofen oder in der Pfanne

- im Wok braten

- grillen

- in der Mikrowelle gar kochen

   

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